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Bieriges Wissen C, D, E, F

Cerevisia, lat. So hieß früher das tägliche Haferbier der Pilger und Mönche.

Champagner-Weizen. Entwickelt in Bayern. Ein klares, hefefreies Weizenbier. Heute nicht mehr üblich!

Churchill. Ein Biermischgetränk aus 3 cl Campari und 0,3 l hellem Bier.

Conventus. Der dünne Rest der Würze von Starkbieren. Dieser wurde mit frischem Hafermalz vermischt und als Getränk z. B. für Bettler aber auch für den klösterlichen Konvent verwendet. Gegenteil: das kräftige “Paternus”, das Bier für den Abt.

Dampfbier. 1. Altes europ. Brauverfahren. Durch Verwendung obergäriger Reinzuchthefe und erhöhter Gärtemperatur kommt es im Gärbottich zu starker Schaumbildung. Dieser Schaum ähnelt einer Dampfwolke. Höhere Temperaturen auch während der anschließenden Lagerung erzeugen im weiteren hohen Druck im Lagerfass, der beim Anstich unter lautem Zischen entweicht. Das Fass “lässt Dampf ab”.

Darren. Siehe auch die Rubrik Braukunst. Sobald das Grünmalz für unser Lauterbacher getrocknet und geröstet wird, spricht der Brauer vom “Darren”.

Darrfax. War früher der Geselle, der in der Darre gearbeitet hat.

Darrmalz. Geröstetes, getrocknetes Grünmalz.

Dolde. Büschel oder schirmartige Blütenstandsform wie z.B. bei der Hopfendolde.

Dosenbier. Damit sich das Bier in den Dosen länger hält, wird es pasteurisiert und stabilisiert, verliert aber an Geschmack und gesunden Inhaltsstoffen. In Bayern verpönt!

Dunkles Bier. Bei der Verwendung von dunklem Malz (doppelt gedarrt!) entsteht das dunkle Bier.

Dunkles Malz. Das Darren beim Mälzprozess findet bei höherer Temperatur statt, somit wird das Malz je nach Temperatur karamellisiert. Das dunkle Malz gibt den dunklen Bieren die eigene Geschmacksnote und vor allem die Farbe.

Eisbock. Entstand durch Zufall (genau wie so viele Delikatessen). Ein stark malzig schmeckender, tiefbrauner Doppelbock mit einer Stammwürze von 28 % und einem Alkoholgehalt von 13,2 %. Die Herstellung erfolgt u.a. durch teilweises Einfrieren des Bieres (Name!), wodurch Wasser entzogen wird.

Eiweiß. Das Bier enthält außer Vitaminen, Salzen, Säuren und Mineralien auch wertvolles Eiweiß.

Enzinger, Lorenz. Erfand im Jahre 1878 einen Filtrierapparat für das Bier. Das Ergebnis war, dass Lauterbacher klar gelagert werden kann.

Enzyme. Bilden sich beim Keimen der Gerste und bauen beim Maischen Stärke und Eiweiß ab. Dem gegenüber zerlegen Hefeenzyme während der Gärung Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure.

Etiketten. Sind das Markenzeichen unserer Brauerei auf unseren Bierflaschen. Sie sind, wie unsere Bierdeckel, beliebte Sammlerobjekte.

Exportbier. Ist (ursprünglich) der Name für ein untergärig gebrautes Bier, das schwierige Transporte überstand, ohne schlecht zu werden. Heutzutage gelten für “Exportbiere” strenge Regeln. Es muss ein nicht so stark gehopftes Bier sein, vollmundig und aromatisch. Die Stammwürze muss mehr als 12 1/2 % und der Alkoholgehalt etwa 5 % betragen.

Farbe der Biere. Ale und Alt sind rotbraun, ein Ator ist rotgolden, bayrisches (starkes) Bier meist dunkelbraun, Bockbier entweder hell oder dunkel, Diätbier ist hellgelb, Doppelbock und Doppelhopfen sind dunkelbraun, ein Düssel ist rotbraun, ein Eisbock ist dunkelbraun, ein Export ist hellgelb, ein Lagerbier ist hellgelb und eine Berliner Weisse hellgelb (grün mit Waldmeister und rot mit Himbeere). Es gibt einen hellen oder dunklen Maibock, das Malzbier ist tiefdunkel, ein Märzen ist tiefgolden, ein Pilsner hellgelb, ein Porter tiefbraun, ein Rauchbier hellbraun, Schankbier ist hell oder dunkel, Starkbiere gibt es als hell oder dunkel, ein Stout ist schwarzbraun, ein Vollbier ist hell oder dunkel und ein Weizenbier hellgelb, ja fast golden. Farbe und Klarheit eines Bieres können bei einem Biertest folgendermaßen beurteilt werden: (Bewertung 1 bis 5)
1. Farbe sehr fehlerhaft/ trübe/ klumpig.
2. Farbe ist fehlerhaft/ trübe oder trübe klumpig.
3. Die Farbe ist für die Sorte nicht typisch oder leicht trübe.
4. Die Farbe ist nicht ganz klar, noch als sortentypisch zu bezeichnen.
5. Das Bier ist völlig klar, entspricht der Sorte und die Trübe ist dem Biertyp entsprechend verteilt.

Fastenbier. Bekam seinen Namen von der Fastenzeit, die in den Klöstern streng befolgt wird. Es hieß: Was flüssig ist, bricht kein Fasten. Dementsprechend oft, ließen sich die Mönche den Krug füllen.

Fett am Mund. Wohl der größte Feind eines schön gezapften Bieres. Der Bierschaum fällt sofort zusammen, und ein unansehnliches Glas Bier bleibt zurück.

Flaschen. Bierflaschen kannten, wie aus ihren Grabbeigaben ersichtlich ist, schon die alten Germanen. Im holländischen Delft wurde im 17. Jahrhundert ein spezielles Flaschenbier gebraut, das unmittelbar nach der Hauptgärung in Flaschen gefüllt wurde, in denen es weitergärte. Nach der Öffnung der Flasche schäumte das Bier sofort hinaus.

Flüssiges Brot. Ausdruck für Bier, der wiederum von Mönchen kreiert wurde. Übrigens – wussten Sie, dass Bier weit weniger Kalorien als Brot hat?

Frühjahrsbier. So werden die Doppelbock-Biere genannt, da sie nur im Frühjahr gebraut und ausgeschenkt werden dürfen. Es gibt zwischen ca. 100 und 200 verschiedene Ator-Biere.

Frühjahrskur. Jeder Biertrinker weiß sofort, dass damit die Starkbierzeit im Frühjahr gemeint ist. Die Original Frühjahrskur findet in München auf dem “Berg”, dem Nockenberg, statt. Das ist die Wiege des Starkbiers, des Salvators!

Frühschoppen. Zu vormittäglicher Stunde, meist nach dem Kirchgang, beginnt der traditionelle Frühschoppen im Wirtshaus.

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