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Bieriges Wissen G, H

Gambrinus, Herzog Johann I. Hat von 1250 bis 1294 gelebt, Herrscher von Brabant und Flandern. Seine Beziehung zum Bier und die Ernennung zum Schutzpatron der Brauer ist noch umstritten bzw. nie eindeutig geklärt worden. Vielfach wurde er mit “Jan Primus”, einem Fürsten aus dem Burgund, verwechselt. Im Brauereimuseum in München hängt ein Bild vom Bierkönig Gambrinus, versehen mit einem Vers: Im Leben ward ich Gambrinus genannt, König zu Flandern und Brabant. Ich hab aus Gersten Malz gemacht und Bierbrauen zuerst erdacht. Drum können die Brauer sagen, dass sie einen König zum Meister haben.

Gärbottich. Riesengrosses, offenes Gefäß, in dem die flüssige, abgekühlte Würze zusammen mit der Hefe zum Gären kommt.

Gären. Abhängig vom Hefezusatz, der die Gärung betreibt, und der Gärtemperatur entsteht obergäriges oder untergäriges Bier. Wobei untergäriges Bier in Gärkellern bei Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad lagert. Die Hefe setzt sich bei diesem Vorgang auf den Boden des Bottichs. Das obergärige Bier gärt bei einer Temperatur zwischen 15 und 20 Grad; die Hefe steigt an die Oberfläche. Eine große Anzahl von Brauereien besitzt eigene Reinzuchtanlagen, um aus einer einzigen Hefezelle die benötigte Brauhefemenge zu züchten. Der Hefezusatz erfolgt im offenen Gärbottich. Schon nach einem Tag kann man die Wirkung der Hefe in Form von dicken, gelblichem oder weißem Schaum auf der brodelnden Würze sehen. Dieser Schaum wird auch “Kräuse” genannt. Nach ca. einer Woche ist der Gärprozess fertig, die Hefe entfernt. Zusammenfassend – das Bier kann ohne Hefezusatz nicht gären.

Gastlichkeit. Gut gezapfte und servierte Biere gehören zu einer gepflegten Gastlichkeit.

Gerbstoffe. Wichtig für die Bierherstellung. Die Gerbstoffe sind im Hopfen enthalten. Die Lupulin-Körner an den weiblichen Blütenständen enthalten Bitter- und Gerbstoffe und Hopfenöl.

Gerste. Gehört zu den vier Grundbestandteilen des Bieres. Aus Gerste wird Malz gewonnen.

Gerstenkorn. Ein Gerstenkorn besteht aus Mehlkörper, Embryo, Keimen, einer äusseren Schale (Spelze) und abgebrochenen Grannen.

Gerstensaft. Mit diesem Ausdruck weiß jeder, dass Bier gemeint ist.

Gewürze. Zur Zeit der Ägypter wurde das Bier mit verschiedenen Gewürzen angereichert. Zum Beispiel Anis, Safran oder Eichenrinde.

Glänzende Biergläser. Dafür gibt es extra bierschaumfreundliche Spezialspülmittel.

Gläserreinigung. Gut gereinigte Biergläser erkennt man daran, wenn nach dem Austrinken an den Glaswänden noch Schaumabsätze zu erkennen sind. Die gespülten Gläser sollten außerdem aus hygienischen Gründen nur abtropfen und nicht poliert werden.

Gläserrost. Die gespülten Biergläser werden gestürzt auf den Gläserrost zum Abtropfen gestellt. Dieser hat Löcher, damit sich das abgetropfte Wasser nicht stauen kann.

Grab. Wer im alten Ägypten starb, bekam Bier mit ins Grab.

Grundsubstanzen. 1 Liter Vollbier enthält folgende Grundsubstanzen: zwischen 38 und 40 g Kohlenhydrate, etwa 3 bis 5 g Eiweiß, zwischen 35 und 43 g Alkohol, etwa 4 bis 5 g Kohlensäure und zwischen 840 und 880 g Wasser.

Grünes Bier. Auch Jungbier genannt, ist das fertige Bier nach dem Gärprozess, also wenn es aus dem Gärkeller kommt. Jedoch muss dieses Bier noch für einige Zeit nachgären.

Grünmalz. Sobald Getreide angefeuchtet wird, beginnt es zu keimen. Dieser Mälzvorgang wandelt bzw. leitet durch Enzyme die Umwandlung in Stärke ein. Hierbei entsteht das Grünmalz. Dieses wird anschließend getrocknet und geröstet bzw. gedarrt.

Hafer. Wurde lange Zeit für die Herstellung von Bier verwendet. Überhaupt wurde sehr viel experimentiert, bis sich Gerste und Hopfen als ideale Grundstoffe fanden.

Halbvoll. Man sollte nie zwei halbvolle Biere zusammenschütten. Der Verlust an Kohlensäure lässt ein schales Bier vorprogrammieren.

Hannover. Speziell die (trinkfesten) Hannoveraner haben eine eigene Art ihr Bier zu trinken. Sie nehmen in eine Hand ihr Bierglas und gleichzeitig daneben ihr Schnapsglas. Dabei wird das Bierglas zwischen Daumen und Zeigefinger, das Schnapsglas zwischen Mittel- und Ringfinger, vorsichtig zum Mund geführt, wobei der Schnaps beim Trinken über das Bier in den Mund läuft.

Hansen, Emil Christian. Dänischer Chemiker und Botaniker. Ihm gelang 1881 die reine Züchtung der Bierhefezellen.

Hefe-Weizen. Ein erfrischendes, schwach hopfenbitteres und mildes Bier mit Hefezusatz. Das Hefe-Weizen wird gleich nach der Herstellung in Flaschen gefüllt (Flaschengärung).

Heller Moritz. Man mische 1 Flasche Weissbier mit derselben Menge Sekt. Als Garnitur eine Zitronenscheibe an den Glasrand stecken und fertig ist der helle Moritz.

Hochzeitsbierkrüge. Da früher sehr gerne und sogar noch mehr Bier als heutzutage getrunken wurde, bekamen viele Hochzeitspaare dekorative und wertvolle Bierkrüge als Hochzeitsgeschenk.

Hirschen. Bezeichnung für ein 200 l fassendes Fass.

Hofbräuhaus. Das erste Hofbräuhaus wurde von Herzog Wilhelm V in München am Platzl erbaut (Fertigstellung 1591). Hintergedanke beim Bau dieses neuen Brauhauses war, ein Bier wie das Einbecker Bier an einem zentralen Ort zu brauen. Das heutige Hofbräuhaus wurde 1897 erbaut und zwar stilgerecht nach dem Original.

Hopfen. Gehört zu den Nesselpflanzen und wird in bestimmten Gegenden wie der Hallertau (D) angebaut. Die Pflanzen ranken an speziellen Gerüsten bis zu 7 m hoch. Für das Bierbrauen werden nur die Fruchtzapfen der weiblichen Pflanzen verwendet, denn sie enthalten die wichtigen Bitter- und Aromastoffe.

Hopfenernte. Erfolgt normalerweise ab Ende August. Dabei werden nur die weiblichen, unbefruchteten Blütendolden/ zapfen für die Bierherstellung geerntet.

Hopfenseiher. Unlösliche Bestandteile in der Bierwürze werden in einem Sieb, dem Hopfenseiher, zurückbehalten.

Hopfenzapfen. Dieser besteht aus Samen, Harzdrüse und Brakteole.

Hopfenwirkstoffe. Die weiblichen Blütenstände enthalten wichtige Wirkstoffe wie Hopfenöl, Bitter- und Gerbstoffe. Die darin enthaltenen Hopfenextrakte Lupulin und Humulon wirken auf verschiedenste Weise. Lupulin z. B. stabilisiert den Schaum des Bieres und erhöht dessen Haltbarkeit. Es gibt dem Bier das zartbittere Aroma und ist auch zugleich ein antiseptisches Mittel. In alten Kräuterbüchern ist der Hopfen als Heilpflanze registriert. Hopfen wirkt Appetitanregend, Harntreibend, macht müde und wirkt gegen Herzinfarkt.

Horde. Gestell zum Trocknen. In diesem Fall ist das Siebblech der Darre gemeint.

Humulon. Hopfenextrakt, der beruhigende Eigenschaften besitzt.

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