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Bieriges Wissen R, S, T

Radlermass. Ein Biermixgetränk aus 1/2 l Lagerbier und 1/2 l Zitronenlimonade, vermischt in einem Literkrug. Der Erfinder dieses Getränks war Franz Xaver Kugler. Er arbeitete Ende des 19. Jahrhunderts als Streckenarbeiter bei der Bahn. Gerade im Sommer bei großer Hitze war Bier “pur” (angesichts der harten Arbeit) zu viel des Guten. Der ideale Durstlöscher in Form vom Radler war erfunden.

Rauchbier. Ein hellbraunes, untergäriges Vollbier mit dem Geschmack von geräuchertem Schinken. Eine Spezialität aus Bamberg, die man versucht haben sollte.

Rauchluftdarre. Im Jahre 1818 wurde die bis dahin verwendete Rauchluftdarre durch eine neue technische Errungenschaft ersetzt, der Heißluftdarre.

Raufereien. Gehörten früher zu jedem Bierfest einfach dazu. Das Bier war zu dieser Zeit noch dunkel; die Maßkrüge aus Stein und die Burschen hielten auch noch was aus.

Reinheitsgebot. Das Reinheitsgebot wurde vom bayerischen Herzog Wilhelm IV im Jahr 1516 erlassen. Das Gesetz bestimmt, dass nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser zum Bierbrauen verwendet werden dürfen. Lauterbacher braut und braute allerdings schon weit früher nach dem Reinheitsgebot. Warum? Nun, für Augsburg hatte Friedrich Barbarossa bereits 1156 eine eigene Verordnung nach dem Reinheitsgebot erlassen, so dass in Augsburg bereits viel früher reines Bier eingebraut wurde. Darauf sind die Augsburger bis heute zu Recht stolz! Kleiner Nachtrag am Rande: Das Reinheitsgebot war auch erlassen worden, um zu verhindern, dass alles Getreide ausschließlich den Bierbrauern zu Gute kommt und die Bäckereien ganz leer ausgehen! Deshalb wurde die Gerste für das Bierbrauen bestimmt und die restlichen Getreidesorten den Bäckern vorbehalten… Na dann, zum Wohl!

Reisbier. Wird vorwiegend in Südost- und Ostasien getrunken. Das Bier wird nur zum Teil mit Reis hergestellt. In Deutschland wäre die Herstellung von Reisbier wegen dem Reinheitsgebot nicht erlaubt.

Revolte. Sogar zu Unruhen ist es des Bieres wegen schon gekommen. Als im Jahr 1844 in München die Brotpreise erhöht wurden, nahm die Bevölkerung dies hin, als aber kurz darauf auch das Bier teurer werden sollte, wurden in den Augen der Obrigkeit strengste Maßnahmen zur Sicherung von Ruhe und Ordnung notwendig. In einem Erlass des Polizeidirektors vom 4. Mai 1844 heißt es: “Das Zechen in den Gasthäusern wird von 6 bis 11 Uhr vormittags gar nicht, und nachmittags nur so lange geduldet, als keine Exzesse verübt werden. Bei vorfallenden Exzessen werden die Gasthäuser durch die bewaffnete Macht geräumt, und die Gäste setzen sich der Gefahr der Arretierung aus.” Aber auch das Militär war gegen die Preiserhöhung, und erst nach ihrer Rücknahme kehrte wieder Ruhe in der Stadt ein.

Rezens. Darunter versteht man die Spritzigkeit des Bieres, d. h. die Verbindung der Kohlensäure mit dem eigenen Sortencharakter.

Rohgerste. In der Mälzerei wird die Rohgerste maschinell gereinigt, dabei werden die Körner von den Grannen befreit. Die gereinigten Gerstenkörner werden im Wasser eingeweicht und beginnen dort dann zu keimen.

Russenmaß. Ein halber Liter Weizenbier mit einem halben Liter Zitronenlimonade gemischt und fertig ist das Russenmaß.

Russian Stout. Englisches Starkbier mit hohem Alkoholgehalt (bis 10,5 %), im 17. und 18. Jahrhundert als “Imperial Russia” vor allem nach Russland exportiert. Eigenwilliger, fruchtiger Geschmack, der bei Zimmertemperatur genossen werden sollte.

Säuregehalt. Brauwasser hat je nach Herkunft einen unterschiedlichen Säuregehalt.

Säuregrad. Der Biergeschmack ist im Wesentlichen von der Stärke des Säuregrades abhängig.

Säurespuren. Beim Gärprozess wirken die Säuren in Verbindung mit Enzymen aufbauend für die Bildung des Malzzuckers.

Salze. Diese bestimmen im Zusammenhang mit anderen Chemikalien die Härte des Wassers. Salze beeinflussen zudem die Umwandlung der Stärke des Getreides in Malzzucker.

Schankfehler. Das Bier sollte keinesfalls so eingeschenkt werden das, dass Bierglas unten gerade steht und das Bier runter läuft. Man kann in diesem Fall davon ausgehen, dass das Bier schon einen Teil seiner beim Ausschank gebundenen Kohlensäure verlieren wird.

Schaum. Der Schaum des Bieres muss feinblasig sein und Stabilität vorweisen. Erst beim Einschenken des Bieres entsteht der Schaum. Die Luft sowie die vorhandene und zugeführte Kohlensäure spielen dabei die wesentliche Rolle. An einem schönen Bierschaum können Experten sehr viel über die Qualität eines Bieres ablesen. Er gibt Aufschluss über die richtige Zusammenstellung der Würze, ob guter Hopfen verwendet wurde, ob das Maischen in Ordnung war und ob der Eiweißgehalt im Malz stimmt. Dem Biertrinker sind diese Vorgänge wahrscheinlich egal. Hauptsache das Bier schmeckt und der Schaum steht richtig.

Schaumbildung. Diese ist nicht immer zufriedenstellend. Das kann zum einen an zu wenig zugeführter Kohlensäure liegen oder an schlecht gespülten Gläsern.

Schenke. Hier wird ausgeschenkt, und zwar Bier. Der Ursprung geht ebenso weit zurück, wie das Bierbrauen selbst. Wer braute, schenkte aus. Früher war die Brauerlaubnis gekoppelt mit der Ausschankerlaubnis, was sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte veränderte.

Schenkkellner. An einer Bierschenke schenken zumeist Männer Bier aus. Der Grund ist u. a. die körperliche Anstrengung beim Umtauschen der leeren bzw. vollen Fässer.

Schildwirte. Dieser Begriff stammt aus dem Mittelalter. Sobald Ritter in eine Wirtschaft einkehrten, erlaubten sie dem Wirt ihr Schildwappen an die Wand zu malen. Je mehr Wappen ein Wirt vorweisen konnte, umso besser war sein Ruf.

Schmalbier. Auch Dünnbier oder Kleinbier genannt. Dieses Schankbier enthält nur eine geringe Stammwürze.

Schrotmühle. Das Malz muss vor seiner Verwendung für das Bierbrauen erst gemahlen werden, und das geschieht in den dafür vorgesehenen Schrotmühlen.

Schwarzbier. Im Mittelalter gebräuchlichste Bezeichnung für dunkles Starkbier mit hohem Malzgehalt. Schon in Babylon bekannt, wird es heute wieder nachgebraut.

Schweineblase. Wurde diese mit einem Kranz versehen und über einer Tür gehängt, bedeutete dies vor einigen Jahrhunderten: Hier wird Bier ausgeschenkt und dazu gibt es Schlachtplatte.

Scotch Ales. Starke Biere aus Schottland, die jedoch in Belgien und Frankreich beliebter sind als in ihrer Heimat.

Spelzen. Diese umschließen das Malzkorn und werden bei Lauterbacher zunächst vom Grieß (dem Korn) getrennt und separat eingemaischt, damit die Bitterstoffe nicht ausgelöst werden.

Spezialbier. Oft haben Biere einen Zusatz “Spezial”. Damit ist der Gehalt an Stammwürze gemeint. Spezialbiere sind Vollbiere mit einer Stammwürze über 13 Prozent. Dies sind zumeist Fest- oder Jubiläumsbiere bzw. lokale Spezialitäten.

Statuta thaberna – Reinheitsgebot der Stadt Weissensee. Aufgestellt wurden die 30 Artikel höchstwahrscheinlich aufgrund innerstädtischer Unruhen oder gar Auseinandersetzungen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kam es in zahlreichen deutschen Städten zu Kämpfen zwischen den “Gemeinden” und dem “Rat”. Das wird in Weißensee ähnlich gewesen sein. Die Schenkenwirte und Bierbrauer waren durch die Biersteuer (Ungeld) in alle Streitigkeiten verwickelt. Deutlich werden die Zwistigkeiten in Wortwendungen wie “die rethe und die gemeyne dez eyns igslichen jarez eyn werdet” und “Auch sind dry Rethe und eyn gancz gemeyne eyn worden umb daz geschoß zcu seczene und zcu gebene”. Bei Geschoß handelt es sich um Steuern. Um 1425/30 war der Stadtherr Weißensees Landgraf Friedrich von Thüringen, genannt der Friedfertige. Der Bürgermeister des Jahres 1428 hieß Hartwig Schemelraufe. Die “Statuta thaberna”, die diesem Text zugrunde liegen, sind in dem “Verzeichniß etlicher alten Statuten zue Weißensee, nebst einer Nachricht, wie das Geleit vor Alters hier abgegeben worden de anno MCCCCXXXIV Seqq. (1434)” enthalten

St. Gallen. Im Mittelalter, ab dem zehnten Jahrhundert etwa, war das Bier aus dem Kloster St. Gallen weithin berühmt. Cervisa hieß das alltägliche Haferbier für Mönche und Nonnen. Celia war ein kräftiges Starkbier, vor allem für hohe Herren und auswärtige Gäste. Conventus war das Bier für das Gesindel und die Bettler. Conventus wurde aus dem Absud der stärkeren Biere gewonnen.

Stammtisch. Stammtische und Bier sind schlecht zu trennen. Die Schweiz ist für dieses Phänomen sehr bekannt.

Stammwürze. Dies ist der Zuckergehalt der Würze vor der Vergärung. Es ist nicht, wie oft vermutet, der Alkoholgehalt gemeint. Die Stammwürze schwankt bei Bieren zwischen 6 % und 25 %.

Stammwürzegehalt. Das entspricht der Menge der aus dem Malz gelösten Stoffe in der unvergorenen Würze. Dazu gehören die vergärbaren und nicht vergärbaren Zucker. Während der Vergärung bilden sich aus der Stammwürze 1/3 Alkohol, 1/3 Kohlensäure und 1/3 Restextrakte und Wärme.

Stange. Glasart Nr. 1 in der Schweiz. Inhalt 3 dl.

Steam Beer. Steam beer heißt zu Deutsch Dampfbier. Das Original Dampfbier aus dem Westen Amerikas ist eine Mischung aus untergärigem und obergärigem Bier. Dieses “lebhafte” Bier mit Eigencharakter, wird heute noch in San Francisco gebraut.

Sudhaus. In diesem stehen riesige Kessel, sogenannte Sudpfannen, in denen die Würze gekocht wird. Früher bestanden die Gefäße aus reinem Kupfer, aber heutzutage setzen sich Edelstahlpfannen mehr und mehr durch. Der Grund besteht in der einfachen Reinigung. Manche Brauereien, die ihren Brauereigasthof zum Schmuckstück aufpolieren wollen, zeigen (einen Teil) der Bierherstellung hautnah im Lokal. Ringsherum sind kupferne Sudkessel zu besichtigen.

Sudpfannen. Die Form ist birnenförmig. Hierdurch kann die Wärme auch von oben auf die Würze wirken.

Tawarisch. Ein Mixgetränk mit Bier. Man gieße 1 EL Zitronensaft und 4 cl Wodka in ein Bierglas. Mit 1/2 l Starkbier auffüllen und fertig ist der Tawarisch.

Temperatur, richtige. Die Einhaltung dieser gehört zum obersten Gebot bei der Bierlagerung und beim Bierausschank. Ein gutes Bier sollte bei 4 Grad Celsius gelagert werden. Zum Genuss ist eiskaltes Bier nicht zu empfehlen (außer kalt filtrierte Biere); ihr Magen wird es Ihnen danken. Richtwerte: Weizenbier sollte z. B. mit einer Temperatur zwischen 6 und 8 Grad Celsius getrunken werden, helle Biere bei einer Temperatur zwischen 7 und 8 Grad Celsius und dunkle Biere schmecken am besten bei Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad.

Theke. Sie ist unabdingbar bei einer Bierkneipe.

Treber. Die Maische läuft in den Läuterbottich. Sobald diese zur Ruhe kommt, setzen sich unlösliche Bestandteile, sogenannte Treber, ab. Größtenteils besteht der Treber aus Spelzen.

Trinkgefässe. Diese haben sich im Laufe der Bierentwicklung (mit)gewandelt. Vom kunstvollen Humpen bis zu Bechern und Gläsern gibt es zu jedem Biertyp die entsprechenden Gefäße.

Trinkgewohnheiten Diese sind wie so vieles am Mensch individuell ganz verschieden. Der eine bevorzugt dunkles, der andere helles Bier, der eine Pils, der andere Alt usw.

Trockenkühler Das sind Geräte, die nur geringe Biermengen/ Gläser abkühlen bzw. auf die richtige Trinktemperatur bringen können. Empfehlenswert für eine Party oder Privatgesellschaften.

Trub. Damit sind feinste Fettstoffteilchen und kleine unlösliche Eiweißstückchen gemeint, die aus dem Malz stammen und vom Hopfenseiher nicht zurückgehalten werden können.

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